Wege aus dem Sanierungsstau

In der gestrigen Sitzung des Ausschusses für Schule, Kultur und Städtepartnerschaften haben Eltern, Lehrer und Schüler den Mitgliedern des Ausschusses die Rotte Mappe mit Material für die anstehenden Haushaltsberatungen überreicht. In der Mappe finden die Politiker Informationsmaterial, die Schulen mit besonderem Sanierungsbedarf, Muntermachertee, Traubenzucker, Taschenrechner und zur Not einen Pinsel um selbst Hand anzulegen. Die ganze Anleitung zum Weg aus dem Sanierungsstau finden sie hier:

Wege aus dem Sanierungsstau (.PDF)

David Böhne
Vorsitzender

Wiesbaden, 18.10.2019

Bündnis Schulsanierung: Haushaltsturbulenzen in Wiesbaden

Der Entwurf des Haushalts 2020/21, verantwortet von den Kooperationsparteien SPD, CDU und Grünen, empört alle, die sich für Bildung und Schule in Wiesbaden einsetzen.

Obwohl die Wiesbadener Schulen in einem erbärmlichen Zustand sind, und die Stadt einen Schulsanierungsstau von mindestens 400 Mio. € vor sich herschiebt, wird der Investitionsetat für Schulen im neuen Doppelhaushalt nahezu halbiert. ‘Gewinner’ ist das Ressort Verkehr, dem der den Schulen gekürzte Betrag u.a. für die Erforschung von intelligenten Ampelanlagen zufällt.

Nun bezweifelt im Bündnis niemand, dass in der Klimafrage Maßnahmen zur Verkehrswende auch auf kommunaler Ebene eine wichtige Rolle spielen. Das kann aber nach unserer Meinung nicht dazu führen, dass man die erst kürzlich gewonnenen Einsichten in Sachen Schulbau einfach wieder über Bord wirft.

Das Bündnis Schulsanierung aus Vertreter*innen von Schüler*innen, Eltern, Lehrer*innen, Gewerkschaften und politischen Parteien fordert die Stadt auf, die Gründe für diese Prioritätensetzung offenzulegen und insbesondere den von den Kürzungen betroffenen Schulen zu erläutern, warum sie schon wieder von der aktuellen Liste der Sanierungsmaßnahmen gestrichen wurden.

Es ist völlig unverständlich, dass in der Landeshauptstadt Wiesbaden in den Jahren 2020/2021 lediglich 27,7 Mio. € in die Schulen investiert werden sollen – dies trotz wachsender Schülerzahlen in zahlreichen Neubaugebieten und vielen desolaten Schulgebäuden.

Dabei profitiert Wiesbaden aktuell von Landesprogrammen für die Schulsanierung (16,61 Mio. €) und veräußert zudem lukrative Schulgrundstücke (z.B. Carl-von-Ossietzky- Schule). Verschleppte Schulsanierungen ‘fressen’ durch gestiegene Baukosten im neuen Haushalt bereits Mittel in Millionenhöhe wieder auf. Gleiches gilt für hohe Energiekosten durch schlecht isolierte Schulbauten.

Angesichts der Tatsache, dass Wiesbaden eine Stadt mit satten Rücklagen (aktuell ca.
300 Mio. € zuzüglich der Rücklagen der stadteigenen Gesellschaften) und guten Gewerbesteuereinnahmen ist, muss sie ihre Schulen endlich sanieren und energetisch sowie konzeptionell auf den neuesten Stand bringen.

Im aktuellen Schuletat sind z.B. von Kürzungen direkt betroffen:

die Johannes-Maaß-Schule, das Gymnasium am Mosbacher Berg, die Albrecht-Dürer-Schule, die Brüder-Grimm-Schule, die Sporthalle der Hermann- Ehlers-Schule.
Diese und weitere Schulen warten seit Jahren auf eine Sanierung. Dringend erforderliche Sanierungsmaßnahmen – keine Schönheitsreparaturen – werden erneut verschoben.

Grobe Versäumnisse der Stadt gibt es auch bei der systematischen Erfassung und Beseitigung von Schadstoffen an Wiesbadener Schulen. Der Asbestfund an der Helene- Lange-Schule sollte die Stadtpolitik in ihrer Verantwortung für Lehrer*innen und Schüler*innen längst aufgerüttelt haben. Weiterhin gibt es sicherheitsrelevante und gesundheitsgefährdende Mängel an Schulen, die noch immer auf ihre Behebung warten.

Das Bündnis Schulsanierung fordert endlich ein transparentes und verlässliches Konzept für Neubau und Sanierung der Wiesbadener Schulen. Grundlage muss die Verpflichtung aller politisch Handelnden sein, die Investitionen in den Schulbau dauerhaft hoch zu halten, um den Sanierungsstau abzubauen und zeitgemäße Bildungseinrichtungen zu schaffen.

Wir sind der Meinung, in einem Doppelhaushalt der Stadt Wiesbaden für die Jahre 2020 und 2021 muss sich die Wertschätzung für Lehrer*innen und Schüler*innen widerspiegeln. Zu den Bildungsanforderungen der Zukunft gehören nicht zuletzt auch die passenden Schulen, denn es helfen auch kein Smartboard und kein Laptop, wenn es ins Klassenzimmer hineinregnet…

Bündnis Schulsanierung, Wiesbaden

StadtschülerInnenrat Wiesbaden (SSR)
Stadtelternbeirat der Landeshauptstadt Wiesbaden (StEB)
elternbund hessen e.V. (ebh)
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW – Wiesbaden-Rheingau) LINKE&PIRATEN Rathausfraktion Wiesbaden
Linksjugend [‘solid] Wiesbaden
DGB Kreisverband Wiesbaden/Rheingau-Taunus
PM Doppel-HH (.PDF)

elan Veranstaltung: Lehrer, Eltern, Schüler – Auf die Beziehungen kommt es an

Kurzvortrag mit anschließender Diskussion und Erfahrungsaustausch

Referent: Andreas Reinke
familylab Seminarleiter, Autor, Lehrer

Mittwoch 20. November 2019
19.00-21.30 Uhr
Diltheyschule
Georg-August-Straße 16
65195 Wiesbaden

Eine Veranstaltung von elan, Kreiselternbeirat Rheinau-Taunus-Kreis und Stadtelternbeirat Wiesbaden in Zusammenarbeit mit familylab.

Wir wissen heute, dass sich Menschen in Subjekt – Subjekt – Beziehungen am wohlsten fühlen, d.h. in Beziehungen, in denen sich Menschen als gleich würdige Individuen mit persönlichen Grenzen, Werten, Bedürfnissen, Gefühlen verstanden und gesehen fühlen. Nicht wenige Lehrer*innen, Eltern und Schüler*innen beklagen indessen mangelnden Respekt, übergriffiges Verhalten und fehlende Empathie.
Können und wollen wir uns in einem Kontext, der (auch) geprägt ist von Leistungsdruck, Zeitnot und von zum Teil deutlich voneinander abweichenden Erwartungshaltungen wertschätzend und „auf Augenhöhe“ begegnen? Über diese und andere Fragen möchte Andreas Reinke sprechen und mit den Teilnehmern in den Dialog gehen.

Auf die Beziehungen kommt es an (.PDF)

Ihre verbindliche Anmeldung übermitteln Sie bitte bis spätestens 7 Tage vor Veranstaltungsbeginn an:

Staatliches Schulamt für den Rheingau-Taunus-Kreis und die Landeshauptstadt Wiesbaden
Walter-Hallstein-Strasse 3-5
65197 Wiesbaden
Fax: +49 611 8803-466
z.Hd.von Frau Pöhlmann
E-Mail (nur für Anmeldungen) an: Fortbildung.SSA.Wiesbaden@kultus.hessen.de mit der Angabe von Namen, Adresse, Email und Telefonnummer.

Sie erhalten keine Anmeldebestätigung. Sollte die Veranstaltung ausfallen, werden wir Sie rechtzeitig benachrichtigen.

Für nähere Informationen wenden Sie sich bitte an das elan Team in Ihrer Region unter:
Inge Berg-Scholl
i.berg-scholl@elan-hessen.de
06129-6127

Kommentar zum Haushaltsentwurf

Wir haben es in Wiesbaden mit Schulgebäuden zu tun, die seit Jahrzehnten so vernachlässigt wurden, daß Sie teilweise verfallen und abbruchreif geworden sind. Kein halbwegs verantwortungsbewußter Privatmann würde so mit seinem Eigentum umgehen. Es gibt ein strukturelles Defizit im Bereich der Gebäudeunterhaltung. Die Folgen sind zahlreiche ökologisch, gesundheitlich und pädagogisch vollkommen unzulängliche Bestandsgebäude.

Dem vom Schulamt angegebenen Sanierungsstau von 400 Mio. € ist mit der einmaligen Erhöhung des Postens aus dem letzten Doppelhaushalt um ein paar Mio. nicht beizukommen. Dazu bräuchte es ein auf Dauer angelegtes Konzept und eine finanzielle Basis über 10-15 Jahre. Im nun vorgelegten Haushaltsentwurf wird das Budget aber schon wieder fast halbiert!

Der Zustand der Gebäude wird sich damit weiter und immer stärker verschlechtern. Undichte Fenster, Dächer und marode Wasserleitungen werden ihren Verfall nicht verlangsamen, nur weil die Haushaltsplanung das gerne hätte. Das ist eine auch ökonomisch erschreckende Entwicklung, denn die zukünftigen Kosten zur Sanierung werden dadurch immer höher. Es ist zu befürchten, daß die Situation bei den übrigen städtischen Immobilien nicht besser ist.

Von einem Kämmerer, der mehrfach darauf hingewiesen hat, nicht nur die nächsten beiden Jahre, sondern auch die weitere Zukunft im Blick zu haben, ist das handwerklich schlecht, eigentlich peinlich. Für einen Schuldezernenten (auch Axel Imholz) ist es ein Armutszeugnis.

David Böhne
Vorsitzender

Wiesbaden, 27.09.2019

Online-Petition: Erdkunde für Hessen 2020

Unser Anliegen ist, dass die politisch Verantwortlichen in Hessen dafür Sorge tragen, in allen weiterführenden Schulen und insbesondere in der gymnasialen Oberstufe unseren Kindern und Jugendlichen adäquate geographische Bildungschancen zu eröffnen.

Unsere Hauptforderungen sind:

Lage spitzt sich zu! Landesregierung will die Fächer Geschichte und Politik und Wirtschaft durchgehend verpflichtend machen, das ist der Tod der Erdkunde in der gymnasialen Oberstufe in Hessen!!!

  1. Erdkunde darf nur durch qualifizierte Fachlehrerinnen und –lehrer unterrichtet werden. In Gesellschaftslehre Unterrichtende müssen qualifizierte Fortbildungen erhalten, um ihrem Bildungsauftrag gerecht werden zu können.

  2. Erdkunde muss wieder zu den verbindlichen Fächern in der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe gehören.

  3. Es muss eine echte Wahlfreiheit für die Schülerinnen und Schüler für ihre Grund- und Leistungskurse existieren. Dazu ist eine Gleichbehandlung der Fächer des Aufgabenfeldes 2 in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe zwingend notwendig.

  4. Die Anzahl der Erdkundestunden in der Sekundarstufe 1 muss seiner gesellschaftlichen Bedeutung gemäß in allen Schulformen erhöht werden.

Wir bitten Sie um Unterstützung, um diese Anliegen im Sinne unsere Kinder zu realisieren!

zur Online-Petition

Begründung

Mai 2019: Lage spitzt sich zu! Landesregierung will die Fächer Geschichte und Politik und Wirtschaft durchgehend verpflichtend machen, das ist der Tod der Erdkunde in der gymnasialen Oberstufe in Hessen!!!

Der Landesverband Hessen des Verbandes Deutscher Schulgeographen nimmt eine Besorgnis erregende Entwicklung im Bereich der gesellschaftlichen Bildung hessischer Schülerinnen und Schüler wahr. Dem Großteil unserer Jugendlichen werden durch die administrativen Schulstrukturen wesentliche Bildungsinhalte vorenthalten. In der öffentlichen Meinung ist die Erdkunde zwar nach wie vor ein wichtiges Schulfach, doch scheint es in der Breite dramatisch unterschätzt zu werden, welchen essentiellen Beitrag die geographische Bildung zur Entwicklung der jungen Menschen und somit der gesamten Gesellschaft in einer globalisierten Welt darstellt. Im Gegenteil zur unbestreitbaren Bedeutung des Faches, haben die bildungspolitischen Entscheidungen des hessischen Kultusministeriums in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass das Fach Erdkunde in vielen Schulen faktisch nur noch eine Randerscheinung darstellt. So ist Erdkunde in den gymnasialen Oberstufen Hessens kein Pflichtfach mehr und kann nur als freiwilliges Wahlfach mit dem entsprechenden Mehraufwand von den Schülerinnen und Schülern belegt werden. Aber selbst diese Möglichkeit ist häufig nicht mehr gegeben. Einen Erdkunde-Leistungskurs bieten nur noch rund 7% der gymnasialen Oberstufen Hessens an. Vorwiegend an integrierten Gesamtschulen geht das Fach in “Gesellschaftslehre” auf und wird überwiegend durch Kolleginnen und Kollegen unterrichtet, die keine ausgebildeten Erdkundelehrkräfte sind.

Diese Situation ist unserer Auffassung nach deshalb äußerst dramatisch, da durch diese strukturellen Defizite dem Großteil der hessischen Schülerinnen und Schüler eine adäquate Auseinandersetzung mit zahlreichen aktuellen und zukünftigen Herausforderungen unserer Gesellschaft bewusst vorenthalten wird.

Unser Anliegen ist daher, dass Kinder und Jugendliche in Hessen im Rahmen ihrer schulischen Bildung die Chance erhalten müssen, sich in der aktuell gebotenen Art und Weise mit Bereichen, wie Nachhaltigkeit (von den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, die 2017 durch die UN ausgegebenen wurden, sind 14 Hauptanliegen der Erdkunde), Endlichkeit von Ressourcen, Klimawandel, Tragfähigkeit der Erde, Energieversorgung, Ursachen und Folgen von Migration unter professioneller und fachkundiger Anleitung zu beschäftigen. Diese Themenbereiche werden nicht alleine im Fach Erdkunde diskutiert, aber es gibt zwei Dimensionen, ohne die die Behandlung in einer nicht ausreichenden Art und Weise erfolgt, die aber gerade das Fach Erdkunde kenn- bzw. auszeichnen. Zum einen ist dies der Aspekt „Raum“. Erdkunde ist der einzige Vertreter der Raum- und Geowissenschaften in der Schule. Alleine das Fach Erdkunde kann eine adäquate Behandlung der Themen auf den unterschiedlichen Maßstabsebenen von lokal, über regional, national bis global gewährleisten. Zum anderen verbindet das Fach Erdkunde in einmaliger Weise natur- und geisteswissenschaftliche Aspekte und Arbeitsweisen, da es fachimmanent ist, bei der Betrachtung bedeutsamer Phänomene gleichermaßen die Perspektive des Naturraumes und des Kulturraumes zu berücksichtigen. Erdkunde kann es als einziges Fach leisten, das System Mensch-Umwelt als Ganzes zu betrachten, so wie es sich in der Realität auch darstellt. Was nützt es beispielsweise den Schülerinnen und Schülern (nach den 2016/2017 in Kraft getretenen Kernkurrikula für die gymnasiale Oberstufe), wenn im Englischunterricht über „The Blue Planet – saving our planet, the environmental footprint, taking responsibility“ oder im Politik und Wirtschaft Unterricht über „ökologische Herausforderungen der Gegenwart, Möglichkeiten und Schwierigkeiten von Umweltpolitik im politischen Mehrebenensystem, Umweltpolitik in der politischen Auseinandersetzung“ gesprochen wird, wenn keinem der Beteiligten in ausreichender Art und Weise bewusst ist, wo, was, wie groß, wie weitreichend denn diese „Umwelt“ ist, über die hier geredet wird. Oder wenn in Chemie über „Lagerstätten und Förderung: Erdöl als begrenzte Ressource, Förderverfahren und ihre Risiken für die Umwelt, geopolitische Aspekte“ diskutiert wird, ohne gleichzeitig über die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Folgen zu informieren. Die Vermittlung einer ganzheitlichen Sicht kann nur die Geographie bzw. das Schulfach Erdkunde leisten.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Verband Deutscher Schulgeographen e.V. – Landesverband Hessen aus Biebertal

Schüler-Austausch-Messe 2019

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Auf in die Welt-Messe ist eine ausgezeichnete Gelegenheit für Schüler, Eltern und Pädagogen, die sich umfassend über Auslandsaufenthalte während und nach der Schulzeit sowie über Fördermöglichkeiten und Stipendien informieren möchten.

Die Messe ist eine Initiative der gemeinnützigen Deutschen Stiftung Völkerverständigung und umfasst eine Ausstellung der führenden Austausch-Organisationen, Agenturen, internationalen Bildungseinrichtungen und Beratungsdienste. Parallel zur Ausstellung gibt es Fachvorträge von Experten und Erfahrungsberichte, über folgende Themen:

Schüleraustausch, High School, Internate, Privatschulen, Gap Year, Sprachreisen, Au Pair, Demi Pair, Freiwilligendienste, Praktika, Work & Travel, Internationale Colleges und Universitäten, Fördermöglichkeiten und Stipendien

Wir informieren auch über die Austausch-Stipendien, die anlässlich der Messen ausgeschrieben werden.

Die Messe findet statt am:

Samstag, 21. September 2019
10 bis 16 Uhr
Obermayr Europa-Schule
Berliner Straße 150
65205 Wiesbaden

Der Eintritt ist frei.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns bei der Ankündigung der Veranstaltung unterstützen würden und die Messe in Ihrem Netzwerk und auf Ihrer Homepage bekannt geben.

Flyer zur Messe (.PDF)

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website und auf Facebook:

https://www.facebook.com/events/679854525810317/
https://www.aufindiewelt.de/messen/21092019-wiesbaden/

 

Mit freundlichen Grüßen

Charlyn Dwenger

FSJ-Kultur
Deutsche Stiftung Völkerverständigung
An der Reitbahn 1, D-22926 Ahrensburg
04102 – 67 84 89
kontakt1@deutsche-stiftung-voelkerverstaendigung.de

Pressemitteilung des Wiesbadener „Bündnis Gesamtschulen“

Bündnis Gesamtschule
Gesellschaftlich notwendig – schulpolitisch vernachlässigt

In der Pressemitteilung vom 10.06.2019 schrieben wir von „Signalen aus der städtischen Schulpolitik (…) zum Nachteil der systematisch diskreditierten Gesamtschulen“. Mit Erschrecken nimmt das „Bündnis Gesamtschulen“ – aus Lehrer*innen, Elternvertreter*innen und Schüler*innen – zur Kenntnis, wie massiv innerhalb kurzer Zeit weitere Weichenstellungen zu Ungunsten der Gesamtschulen realisiert werden.

An zwei aktuellen Fällen zeigen wir auf, dass Gesamtschulen offenbar dringend notwendig sind – dabei aber schulpolitisch vernachlässigt und schlechter behandelt werden.

15% weniger für die Inklusion

Den Wiesbadener Integrierten Gesamtschulen werden erstmalig zum neuen Schuljahr 15% ihrer Schüler*innen rausgerechnet bei der Bemessung der Zuweisung von Förderlehrkräften. Die Anzahl der Schüler*innen einer Schule ist der maßgebliche Zuweisungsschlüssel.

Unabhängig von der Höhe des Abzugs in Prozent ist aber vielmehr die Tatsache ein Skandal, mit welcher Begründung dies geschieht. Bei den 15% handele es sich nämlich um die Gymnasialschüler*innen. Denn – so die schulpolitische Denklogik – an Gymnasien gebe es schlichtweg bestimmte Förderschwerpunkte qua Schulform gar nicht. Die sich daraus ergebene Zwei-Klassen-Inklusion wird nun nicht mehr nur schleichend zu Lasten der Gesamtschulen eingeführt. Nun wird sie auch mit harten Zahlen zu Lasten dieser untermauert.

Die eigentlich logische Folge aus dem schulpolitisch fatalen und falschen Denken weitestgehend inklusionsfreier Gymnasien wäre, die Gesamtschulen mit entsprechend mehr personellen Ressourcen auszustatten. Das genaue Gegenteil wird in Wiesbaden strukturell durchgeführt. Nach Antwort auf Anfrage des Bündnisses beim Staatlichen Schulamt, geht das Bündnis davon aus, dass diese Resssourcenverringerung für dieses Schuljahr 2019/20 auf alleiniger Entscheidung des Schulamts beruht. Die inklusive Schulbündnisse sind mit dieser Kürzung bisher nicht befasst worden.

Brüche in Schullaufbahnen

Das „Bündnis Gesamtschulen“ sieht im strukturellen Abschulen von Kindern vom Gymnasien in den Jahrgängen 5 und 6 erhebliche Probleme für die betroffenen Schüler*innen. Doch dies sind nicht die einzigen Schüler*innen, die von solchen Brüchen betroffen sind: An den Gesamtschulen Wilhelm-Leuschner-Schule und Hermann-Ehlers-Schule müssen offenbar komplett neue Klassen in den Jahrgängen 8 und 9 aufgemacht werden, um Schüler*innen aufzufangen, die an anderen Schulen ihren Abschluss nicht erreicht haben. Was das für das Selbstbewusstsein dieser jungen Menschen bedeutet, ist bereits einfach nachzuvollziehen. Dann aber auch noch nach einem Schulwechsel an eine andere Schulform in extra, zusätzlich eingerichteten Klassen aufgefangen werden, ist aus pädagogischer Sicht kaum mehr vertretbar. 

Und auch hier scheint in der Denklogik der politischen Entscheider bei städtischem und staatlichen Schulamt in einer Art automatisierten Reaktionismus die Gesamtschule die Schulform zu sein, die auch dieses Problem schultern muss. Und auch der sonst so hoch gehängte Elternwunsch wird damit nach der Klasse 7 ein weiteres Mal konterkariert, wenn man im schleichenden, schulstrukturellen Prozess zur Zweigliedrigkeit nicht nur die Übergänge nicht mehr realisiert bekommt. Sondern durch Verschieben von Schüler*innen an eine einzelne andere als die gewählte Schulform (nämlich die Gesamtschule) diese erneut benachteiligt. Dass es auch an einem Gymnasium grundsätzlich möglich ist, weitere Abschlüsse neben dem Abitur zu erwerben, soll hier nur erwähnt werden, um den Problemverschiebereflex der Politik zu den Gesamtschulen zu verdeutlichen.

Das Bündnis Gesamtschulen befindet sich in der konkreten Planung für Aktionen und Veranstaltungen, um auf diese Problemlagen weiter aufmerksam zu machen. Hierzu werden wir weiterhin informieren.

Für Nachfragen und Kontakt zum Bündnis Gesamtschulen wenden Sie sich bitte an:

René Scheppler, r.scheppler@gew-wiesbaden.de, 0176-55555294
Katja Hillemann, Stadtelternbeirat – Schulformsprecherin IGS, igs@steb-wiesbaden.de

Pressemitteilung-Buendnis-Gesamtschulen-August-2019 (.PDF)

Sitzung des StEB Wiesbaden am 13. Juni 2019

Die vierte Sitzung des Stadtelternbeirats fand in der Hafenschule statt. Themen der Sitzung waren:

  • Projekt ‘Sicherer Schulweg’
  • Projekt ‘Eltern helfen Eltern’
  • Verteilkonferenzen (Verfahren und Widersprüche)
  • Schulessen
  • Wahlprüfsteine zu den OB-Wahlen
  • Berichte: Treffen KrEB/StEB/LEB / Bündnis Schulsanierung / IGS-Bündnis / Hochheimer runder Tisch der weiterführenden Schulen

Sitzung des StEB Wiesbaden am 09. April 2019

Die dritte Sitzung des Stadtelternbeirats fand in der Theodor-Fliedner-Schule statt. Themen der Sitzung waren:

  • Vorstellung elan
  • Verteilkonferenzen (Inklusive Beschulung, Integrierte Gesamtschulen)
  • Schülerbeförderung
  • Umsetzung Haushalt 2018/19 / geplante Baumaßnahmen / Haushalt 2020/21
  • Fachbeirat BiW / Bildung schafft Zukunft / Gesprächsrunde Hochbegabung / Treffen KrEB/StEB/LEB / Bündnis Schulsanierung / IGS-Bündnis