Pressemitteilung: Rückkehr zu G9

Der Stadtelternbeirat begrüßt die Rückkehr der Leibniz- und der Theodor-Flieder-Schule zu einem neunjährigen Gymnasium. Die Einführung von G8 ist damit endgültig gescheitert. Seit 2004 hat eine breite Mehrheit der hessischen Eltern eine Rückkehr zu G9 gewünscht. Der Stadtelternbeirat hat sich in dieser Zeit im Gespräch mit den beteiligten Schulen und Schulämtern, in öffentlichen Erklärungen und in Zusammenarbeit mit dem Landeselternbeirat für ein Angebot eingesetzt, das den Wünschen der Elternschaft entspricht. Wie ein solches Angebot aussieht, haben die Schüler und Eltern in den letzten Jahren durch ihre Schulwahl deutlich gemacht und damit letztlich durchgesetzt. Der Beharrlichkeit der Eltern standen Verantwortliche in der Politik gegenüber, die aus Angst, ihr Gesicht zu verlieren, viel zu lange an einem gescheiterten Modell festgehalten haben.

Es ist bedauerlich, daß es in Wiesbaden länger als in anderen Städten gedauert hat, bis dieses Experiment beendet werden konnte, das unter den betroffenen Schüler, Lehrern und Eltern nie mehrheitsfähig war.

Mit der Rückkehr aller Wiesbadener Gymnasien zu G9 ist das Thema leider noch nicht abgeschlossen. Nach Jahren der Umstellung und Reform ist auch die Rückkehr ein Prozess, der die Schulen noch weiter beschäftigen wird. Neben äußeren Zwängen, wie dem Raumbedarf, müssen noch auf Jahre hinaus in den Schulgemeinschaften zwei unterschiedliche Wege zum Abitur nebeneinander organisiert werden. Der Stadtelternbeirat fordert das Land Hessen und die Stadt Wiesbaden daher auf, die Schulen bei der Rückkehr zu unterstützen und die Folgen abzumildern.

Wir hoffen, daß sich die Schulen nun nach einer Zeit der Konsolidierung wieder verstärkt anderen Aufgaben widmen können. Die Vermittlung einer umfassenden Bildung, als Grundlage persönlicher Entfaltung, die Entwicklung eines pädagogischen Ganztagsangebotes und eine umfassende Inklusion als Bedingung für die gesellschaftliche Teilhabe aller Schüler sind dabei anspruchsvolle, aber lohnende Herausforderungen.

Anwahlzahlen zum Schuljahr 2015/16

Die Anwahlzahlen zum kommenden Schuljahr zeigen deutlich, daß das momentane Angebot von nur vier G9-Gymnasien nicht dem Elternwillen entspricht. Fast alle G9-Gymnasien sind – teilweise dramatisch – überwählt, jedoch keines der G8-Gymnasien. Trotz zusätzlicher Klassen an der Oranien- und der Diltheyschule kann damit in diesem Jahr über 120 Eltern und Schülern der Wunsch nach einem G9-Gymnasium nicht erfüllt werden! Diese hohe Zahl darf dabei nicht einmal überraschen.

Mit der Wahlmöglichkeit der Schulen hat die Politik eine Situation geschaffen, in der Lasten und Verantwortung einer Rückkehr zu G9 auf die jeweiligen Schulgemeinschaften abgeschoben werden. Erst die Hälfte der Wiesbadener Gymnasien hat den Schritt unter diesen Voraussetzungen bisher vollzogen. Dagegen sprechen sich seit Jahren 70-80% der Eltern für G9 im gymnasialen Bildungsgang aus.

Schon zum letzten Schuljahr hatte der Stadtelternbeirat Wiesbaden daher eine dem Bedarf entsprechende Wahlmöglichkeit bezüglich G8 und G9 im gymnasialen Bildungsgang gefordert. Wir fordern die Schulgemeinden der Wiesbadener Gymnasien, den Schulträger und alle Verantwortlichen nun nochmals auf, den Willen der Eltern ernst zu nehmen und sich für die Schaffung eines adäquaten G9-Angebotes in Wiesbaden einzusetzen.

 

Positionspapier des StEB zu G8/G9

Für ein bedarfsgerechtes G8 und G9 Angebot in Wiesbaden!

Mit Beginn des neuen Schuljahres 2013/14 bietet das hessische Schulgesetz die Möglichkeit, dass Gymnasien von G8 zu G9 zurückkehren. Hessenweit werden49 (davon 10 mit Parallelangebot G8und G9) von 107 Gymnasien ihren neuen Schülerinnen und Schülern und deren Eltern bereits zum neuen Schuljahr die Möglichkeit geben die Hochschulreife in neun statt acht Jahren zu erreichen.

Der Stadtelternbeirat Wiesbaden hat sich immer für Schulvielfalt und für ein schulisches Angebot eingesetzt, das dem Elternwillen entspricht. Dazu gehört auch die Wahlmöglichkeit, die Hochschulreife an Wiesbadener Gymnasien in acht oder neun Jahren erreichen zu können. Da aber keines der sieben Wiesbadener Gymnasien zum Schuljahr 2013/14 eine G9-Option bietet, bleibt Wiesbadener Schülerinnen und Schülern und deren Eltern diese Möglichkeit verwehrt.

Der Stadtelternbeirat Wiesbaden spricht sich für ein dem Elternwillen entsprechendes G9-bzw. G8-Angebot an Wiesbadener Gymnasien aus! Wir fordern daher, dass eine dem Bedarf entsprechende Wahlmöglichkeit bezüglich G8 und G9 im gymnasialen Bildungsgang auch in Wiesbaden spätestens zum Schuljahr 2014/15 existiert!

Der Stadtelternbeirat fordert die Schulgemeinden der Wiesbadener Gymnasien, den Schulträger und alle Verantwortlichen auf, den Willen der Eltern ernst zu nehmen und sich für die Schaffung eines adäquaten G9-Angebotes in Wiesbaden einzusetzen.

Dabei müssen jedoch auch gute Lern- und Arbeitsbedingungen für die Schülerinnen und Schüler, die zur Zeit an den Gymnasien im Rahmen von G8 lernen, gesichert und verbessert werden. Die jungen Menschen müssen die Möglichkeit haben unter guten Bedingungen ihr Abitur zu erreichen. Wir fordern daher die weitere Optimierung der G8- Lehrpläne, Erhalt der Nachmittagsbetreuung und weitere notwendige Verbesserungen in der Umsetzung von G8.

Des Weiteren unterstützt der Stadtelternbeirat Wiesbaden die Forderung nach einer Änderung des Hessischen Schulgesetzes dahingehend, dass bei Entscheidung eines Gymnasiums zur Rückkehr zu G9 auch eine entsprechende Möglichkeit für bestehende 5. und 6. Klassen eingeräumt wird.