Online-Petition: Erdkunde für Hessen 2020

Unser Anliegen ist, dass die politisch Verantwortlichen in Hessen dafür Sorge tragen, in allen weiterführenden Schulen und insbesondere in der gymnasialen Oberstufe unseren Kindern und Jugendlichen adäquate geographische Bildungschancen zu eröffnen.

Unsere Hauptforderungen sind:

Lage spitzt sich zu! Landesregierung will die Fächer Geschichte und Politik und Wirtschaft durchgehend verpflichtend machen, das ist der Tod der Erdkunde in der gymnasialen Oberstufe in Hessen!!!

  1. Erdkunde darf nur durch qualifizierte Fachlehrerinnen und –lehrer unterrichtet werden. In Gesellschaftslehre Unterrichtende müssen qualifizierte Fortbildungen erhalten, um ihrem Bildungsauftrag gerecht werden zu können.

  2. Erdkunde muss wieder zu den verbindlichen Fächern in der Einführungsphase der gymnasialen Oberstufe gehören.

  3. Es muss eine echte Wahlfreiheit für die Schülerinnen und Schüler für ihre Grund- und Leistungskurse existieren. Dazu ist eine Gleichbehandlung der Fächer des Aufgabenfeldes 2 in der Qualifikationsphase der gymnasialen Oberstufe zwingend notwendig.

  4. Die Anzahl der Erdkundestunden in der Sekundarstufe 1 muss seiner gesellschaftlichen Bedeutung gemäß in allen Schulformen erhöht werden.

Wir bitten Sie um Unterstützung, um diese Anliegen im Sinne unsere Kinder zu realisieren!

zur Online-Petition

Begründung

Mai 2019: Lage spitzt sich zu! Landesregierung will die Fächer Geschichte und Politik und Wirtschaft durchgehend verpflichtend machen, das ist der Tod der Erdkunde in der gymnasialen Oberstufe in Hessen!!!

Der Landesverband Hessen des Verbandes Deutscher Schulgeographen nimmt eine Besorgnis erregende Entwicklung im Bereich der gesellschaftlichen Bildung hessischer Schülerinnen und Schüler wahr. Dem Großteil unserer Jugendlichen werden durch die administrativen Schulstrukturen wesentliche Bildungsinhalte vorenthalten. In der öffentlichen Meinung ist die Erdkunde zwar nach wie vor ein wichtiges Schulfach, doch scheint es in der Breite dramatisch unterschätzt zu werden, welchen essentiellen Beitrag die geographische Bildung zur Entwicklung der jungen Menschen und somit der gesamten Gesellschaft in einer globalisierten Welt darstellt. Im Gegenteil zur unbestreitbaren Bedeutung des Faches, haben die bildungspolitischen Entscheidungen des hessischen Kultusministeriums in den letzten Jahrzehnten dazu geführt, dass das Fach Erdkunde in vielen Schulen faktisch nur noch eine Randerscheinung darstellt. So ist Erdkunde in den gymnasialen Oberstufen Hessens kein Pflichtfach mehr und kann nur als freiwilliges Wahlfach mit dem entsprechenden Mehraufwand von den Schülerinnen und Schülern belegt werden. Aber selbst diese Möglichkeit ist häufig nicht mehr gegeben. Einen Erdkunde-Leistungskurs bieten nur noch rund 7% der gymnasialen Oberstufen Hessens an. Vorwiegend an integrierten Gesamtschulen geht das Fach in “Gesellschaftslehre” auf und wird überwiegend durch Kolleginnen und Kollegen unterrichtet, die keine ausgebildeten Erdkundelehrkräfte sind.

Diese Situation ist unserer Auffassung nach deshalb äußerst dramatisch, da durch diese strukturellen Defizite dem Großteil der hessischen Schülerinnen und Schüler eine adäquate Auseinandersetzung mit zahlreichen aktuellen und zukünftigen Herausforderungen unserer Gesellschaft bewusst vorenthalten wird.

Unser Anliegen ist daher, dass Kinder und Jugendliche in Hessen im Rahmen ihrer schulischen Bildung die Chance erhalten müssen, sich in der aktuell gebotenen Art und Weise mit Bereichen, wie Nachhaltigkeit (von den 17 Zielen für nachhaltige Entwicklung, die 2017 durch die UN ausgegebenen wurden, sind 14 Hauptanliegen der Erdkunde), Endlichkeit von Ressourcen, Klimawandel, Tragfähigkeit der Erde, Energieversorgung, Ursachen und Folgen von Migration unter professioneller und fachkundiger Anleitung zu beschäftigen. Diese Themenbereiche werden nicht alleine im Fach Erdkunde diskutiert, aber es gibt zwei Dimensionen, ohne die die Behandlung in einer nicht ausreichenden Art und Weise erfolgt, die aber gerade das Fach Erdkunde kenn- bzw. auszeichnen. Zum einen ist dies der Aspekt „Raum“. Erdkunde ist der einzige Vertreter der Raum- und Geowissenschaften in der Schule. Alleine das Fach Erdkunde kann eine adäquate Behandlung der Themen auf den unterschiedlichen Maßstabsebenen von lokal, über regional, national bis global gewährleisten. Zum anderen verbindet das Fach Erdkunde in einmaliger Weise natur- und geisteswissenschaftliche Aspekte und Arbeitsweisen, da es fachimmanent ist, bei der Betrachtung bedeutsamer Phänomene gleichermaßen die Perspektive des Naturraumes und des Kulturraumes zu berücksichtigen. Erdkunde kann es als einziges Fach leisten, das System Mensch-Umwelt als Ganzes zu betrachten, so wie es sich in der Realität auch darstellt. Was nützt es beispielsweise den Schülerinnen und Schülern (nach den 2016/2017 in Kraft getretenen Kernkurrikula für die gymnasiale Oberstufe), wenn im Englischunterricht über „The Blue Planet – saving our planet, the environmental footprint, taking responsibility“ oder im Politik und Wirtschaft Unterricht über „ökologische Herausforderungen der Gegenwart, Möglichkeiten und Schwierigkeiten von Umweltpolitik im politischen Mehrebenensystem, Umweltpolitik in der politischen Auseinandersetzung“ gesprochen wird, wenn keinem der Beteiligten in ausreichender Art und Weise bewusst ist, wo, was, wie groß, wie weitreichend denn diese „Umwelt“ ist, über die hier geredet wird. Oder wenn in Chemie über „Lagerstätten und Förderung: Erdöl als begrenzte Ressource, Förderverfahren und ihre Risiken für die Umwelt, geopolitische Aspekte“ diskutiert wird, ohne gleichzeitig über die gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und Folgen zu informieren. Die Vermittlung einer ganzheitlichen Sicht kann nur die Geographie bzw. das Schulfach Erdkunde leisten.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung, Verband Deutscher Schulgeographen e.V. – Landesverband Hessen aus Biebertal

Schüler-Austausch-Messe 2019

Sehr geehrte Damen und Herren,

die Auf in die Welt-Messe ist eine ausgezeichnete Gelegenheit für Schüler, Eltern und Pädagogen, die sich umfassend über Auslandsaufenthalte während und nach der Schulzeit sowie über Fördermöglichkeiten und Stipendien informieren möchten.

Die Messe ist eine Initiative der gemeinnützigen Deutschen Stiftung Völkerverständigung und umfasst eine Ausstellung der führenden Austausch-Organisationen, Agenturen, internationalen Bildungseinrichtungen und Beratungsdienste. Parallel zur Ausstellung gibt es Fachvorträge von Experten und Erfahrungsberichte, über folgende Themen:

Schüleraustausch, High School, Internate, Privatschulen, Gap Year, Sprachreisen, Au Pair, Demi Pair, Freiwilligendienste, Praktika, Work & Travel, Internationale Colleges und Universitäten, Fördermöglichkeiten und Stipendien

Wir informieren auch über die Austausch-Stipendien, die anlässlich der Messen ausgeschrieben werden.

Die Messe findet statt am:

Samstag, 21. September 2019
10 bis 16 Uhr
Obermayr Europa-Schule
Berliner Straße 150
65205 Wiesbaden

Der Eintritt ist frei.

Wir würden uns freuen, wenn Sie uns bei der Ankündigung der Veranstaltung unterstützen würden und die Messe in Ihrem Netzwerk und auf Ihrer Homepage bekannt geben.

Flyer zur Messe (.PDF)

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Website und auf Facebook:

https://www.facebook.com/events/679854525810317/
https://www.aufindiewelt.de/messen/21092019-wiesbaden/

 

Mit freundlichen Grüßen

Charlyn Dwenger

FSJ-Kultur
Deutsche Stiftung Völkerverständigung
An der Reitbahn 1, D-22926 Ahrensburg
04102 – 67 84 89
kontakt1@deutsche-stiftung-voelkerverstaendigung.de

Pressemitteilung des Wiesbadener „Bündnis Gesamtschulen“

Bündnis Gesamtschule
Gesellschaftlich notwendig – schulpolitisch vernachlässigt

In der Pressemitteilung vom 10.06.2019 schrieben wir von „Signalen aus der städtischen Schulpolitik (…) zum Nachteil der systematisch diskreditierten Gesamtschulen“. Mit Erschrecken nimmt das „Bündnis Gesamtschulen“ – aus Lehrer*innen, Elternvertreter*innen und Schüler*innen – zur Kenntnis, wie massiv innerhalb kurzer Zeit weitere Weichenstellungen zu Ungunsten der Gesamtschulen realisiert werden.

An zwei aktuellen Fällen zeigen wir auf, dass Gesamtschulen offenbar dringend notwendig sind – dabei aber schulpolitisch vernachlässigt und schlechter behandelt werden.

15% weniger für die Inklusion

Den Wiesbadener Integrierten Gesamtschulen werden erstmalig zum neuen Schuljahr 15% ihrer Schüler*innen rausgerechnet bei der Bemessung der Zuweisung von Förderlehrkräften. Die Anzahl der Schüler*innen einer Schule ist der maßgebliche Zuweisungsschlüssel.

Unabhängig von der Höhe des Abzugs in Prozent ist aber vielmehr die Tatsache ein Skandal, mit welcher Begründung dies geschieht. Bei den 15% handele es sich nämlich um die Gymnasialschüler*innen. Denn – so die schulpolitische Denklogik – an Gymnasien gebe es schlichtweg bestimmte Förderschwerpunkte qua Schulform gar nicht. Die sich daraus ergebene Zwei-Klassen-Inklusion wird nun nicht mehr nur schleichend zu Lasten der Gesamtschulen eingeführt. Nun wird sie auch mit harten Zahlen zu Lasten dieser untermauert.

Die eigentlich logische Folge aus dem schulpolitisch fatalen und falschen Denken weitestgehend inklusionsfreier Gymnasien wäre, die Gesamtschulen mit entsprechend mehr personellen Ressourcen auszustatten. Das genaue Gegenteil wird in Wiesbaden strukturell durchgeführt. Nach Antwort auf Anfrage des Bündnisses beim Staatlichen Schulamt, geht das Bündnis davon aus, dass diese Resssourcenverringerung für dieses Schuljahr 2019/20 auf alleiniger Entscheidung des Schulamts beruht. Die inklusive Schulbündnisse sind mit dieser Kürzung bisher nicht befasst worden.

Brüche in Schullaufbahnen

Das „Bündnis Gesamtschulen“ sieht im strukturellen Abschulen von Kindern vom Gymnasien in den Jahrgängen 5 und 6 erhebliche Probleme für die betroffenen Schüler*innen. Doch dies sind nicht die einzigen Schüler*innen, die von solchen Brüchen betroffen sind: An den Gesamtschulen Wilhelm-Leuschner-Schule und Hermann-Ehlers-Schule müssen offenbar komplett neue Klassen in den Jahrgängen 8 und 9 aufgemacht werden, um Schüler*innen aufzufangen, die an anderen Schulen ihren Abschluss nicht erreicht haben. Was das für das Selbstbewusstsein dieser jungen Menschen bedeutet, ist bereits einfach nachzuvollziehen. Dann aber auch noch nach einem Schulwechsel an eine andere Schulform in extra, zusätzlich eingerichteten Klassen aufgefangen werden, ist aus pädagogischer Sicht kaum mehr vertretbar. 

Und auch hier scheint in der Denklogik der politischen Entscheider bei städtischem und staatlichen Schulamt in einer Art automatisierten Reaktionismus die Gesamtschule die Schulform zu sein, die auch dieses Problem schultern muss. Und auch der sonst so hoch gehängte Elternwunsch wird damit nach der Klasse 7 ein weiteres Mal konterkariert, wenn man im schleichenden, schulstrukturellen Prozess zur Zweigliedrigkeit nicht nur die Übergänge nicht mehr realisiert bekommt. Sondern durch Verschieben von Schüler*innen an eine einzelne andere als die gewählte Schulform (nämlich die Gesamtschule) diese erneut benachteiligt. Dass es auch an einem Gymnasium grundsätzlich möglich ist, weitere Abschlüsse neben dem Abitur zu erwerben, soll hier nur erwähnt werden, um den Problemverschiebereflex der Politik zu den Gesamtschulen zu verdeutlichen.

Das Bündnis Gesamtschulen befindet sich in der konkreten Planung für Aktionen und Veranstaltungen, um auf diese Problemlagen weiter aufmerksam zu machen. Hierzu werden wir weiterhin informieren.

Für Nachfragen und Kontakt zum Bündnis Gesamtschulen wenden Sie sich bitte an:

René Scheppler, r.scheppler@gew-wiesbaden.de, 0176-55555294
Katja Hillemann, Stadtelternbeirat – Schulformsprecherin IGS, igs@steb-wiesbaden.de

Pressemitteilung-Buendnis-Gesamtschulen-August-2019 (.PDF)

Sitzung des StEB Wiesbaden am 13. Juni 2019

Die vierte Sitzung des Stadtelternbeirats fand in der Hafenschule statt. Themen der Sitzung waren:

  • Projekt ‘Sicherer Schulweg’
  • Projekt ‘Eltern helfen Eltern’
  • Verteilkonferenzen (Verfahren und Widersprüche)
  • Schulessen
  • Wahlprüfsteine zu den OB-Wahlen
  • Berichte: Treffen KrEB/StEB/LEB / Bündnis Schulsanierung / IGS-Bündnis / Hochheimer runder Tisch der weiterführenden Schulen

Sitzung des StEB Wiesbaden am 09. April 2019

Die dritte Sitzung des Stadtelternbeirats fand in der Theodor-Fliedner-Schule statt. Themen der Sitzung waren:

  • Vorstellung elan
  • Verteilkonferenzen (Inklusive Beschulung, Integrierte Gesamtschulen)
  • Schülerbeförderung
  • Umsetzung Haushalt 2018/19 / geplante Baumaßnahmen / Haushalt 2020/21
  • Fachbeirat BiW / Bildung schafft Zukunft / Gesprächsrunde Hochbegabung / Treffen KrEB/StEB/LEB / Bündnis Schulsanierung / IGS-Bündnis

Wahlprüfsteine zur Oberbürgermeisterwahl-Stichwahl

Der Stadtelternbeirat als Partner im ‘Bündnis Schulsanierung’ hat die beiden Kandidaten zur Oberbürgermeister-Stichwahl zu Themen der Wiesbadener Schullandschaft befragt. Beide Kandidaten haben uns ihre Antworten zugesendet.

Antwort Gert-Uwe Mende (.PDF)
Antwort Eberhard Seidensticker (.PDF)


Wahlprüfsteine 2019

des Stadtelternbeirates der Landeshauptstadt Wiesbaden
zur Oberbürgermeister-Stichwahl

Der Sanierungsstau an Wiesbadener Schulen betrug 2017 bereits 400 Mio € und ist seitdem weiter gewachsen. Die Schulgebäude wurden jahrelang vernachlässigt und genügen weder energetischen Anforderungen, noch den Mindestanforderungen an Belichtung, Raumakustik, Brand- und Schallschutz.

Damit Bildung gelingt, braucht es aber noch mehr als Gebäude, in die es nicht hineinregnet. Das Lernen im Ganztag, individuelle Förderung, Medienbildung, soziales Lernen, Inklusion und Integration all das stellt veränderte Anforderungen an die Schulgebäude.

Wenn Sie neuer Oberbürgermeister von Wiesbaden werden, wie setzen Sie sich für die dringende Sanierung der Schulen ein?

  1. Ist Ihnen bekannt, dass es in Wiesbaden Schulen ohne ausreichende Fluchtwege gibt und solche, deren Dächer undicht und gestützt werden müssen? Wissen Sie, an wie vielen Wiesbadener Schulen im letzten Winter die Heizungen ausgefallen sind?
  2. Unterstützen Sie die langfristige Festschreibung einer Summe im Wiesbadener Doppelhaushalt für die Sanierung und Instandhaltung von Schulen? Wie hoch sollte Ihrer Meinung nach der jährliche Mindestbetrag dafür sein?
  3. Wie stehen Sie zur Verwendung eines Teils der städtischen Rücklagen für Investitionen in Wiesbadener Schulen? Welchen Teil der städtischen Rücklagen
    würden Sie für die Schulsanierung bereitstellen wollen?
  4. Wie stehen Sie zur Einrichtung eines transparenten und nachhaltigen Konzepts für Neubau und Sanierung der Wiesbadener Schulen? Halten Sie einen längerfristigen Planungshorizont von 5 Jahren für realistisch?
  5. Wie könnten Ihrer Meinung nach die baulichen Mängeln an Schulen systematisch erfasst werden? Was halten Sie von der Erstellung einer ‘Sanierungsliste’ mit
    Festlegung von Art, Umfang und Rangfolge der Maßnahmen?
  6. Unterstützen Sie die Erstellung einer Schulneubauliste in Übereinstimmung mit dem Schulentwicklungsplan?
  7. Werden Sie das Hochbauamt, das Schulamt und die städtischen Gesellschaften personell so ausstatten, dass das erforderliche Bauvolumen geplant und bewältigt
    werden kann?
  8. Wie stehen Sie zu ‘ÖPP’- und ‘PPP’-Modellen im Zusammenhang mit Schulbaumassnahmen?
  9. Was können Sie sich vorstellen, um die Umsetzung und den Status von Schulbaumaßnahmen (Sanierungen, Neubau) transparenter zu machen?
  10. Wie könnte Ihrer Meinung nach ein Prozess aussehen, der SchülerInnen, LehrerInnen und Eltern von Beginn an bei Konzeption, Planung und Umsetzung von Umbau-, Erweiterungs- und Sanierungsmaßnahmen an Schulen beteiligt?

Bündnis Schulsanierung: Konzept für Neubau und Sanierung unserer Schulen

Vor zwei Jahren hat ein immer weiter anwachsender Sanierungsstau Vertreterinnen und Vertreter von Schülerinnen, Schülern, Eltern, Lehrerinnen, Lehrern, Gewerkschaften und politischen Parteien aus Wiesbaden zur Bildung des „Bündnisses Schulsanierung“ veranlasst. Im letzten Haushalt ist es uns gelungen, höhere Investitionen  für Schulbau und Sanierung in der Landeshauptstadt Wiesbaden durchzusetzen.

Besonders die Schulgebäude mit einer Bausubstanz aus den 50er bis 70er Jahren wurden in den vergangenen Jahrzehnten vernachlässigt und sind teilweise in einem erbärmlichen baulichen Zustand. Viele alte Schulgebäude genügen weder zeitgemäßen energetischen Anforderungen, noch solchen an Belichtung, Lüftung, Raumakustik, Brand-, Schall- und Arbeitsschutz.

Veränderte Anforderungen an Schule und eine wachsende Schülerzahl treffen auf sanierungsbedürftige Altbauten. Neue und sanierte Schulgebäude müssen modernen Lernkonzepten entsprechen. Lernen im Ganztag, flexibles, kreatives Lernen, Arbeiten in Lehrerteams, Medienbildung, soziales Lernen, Inklusion und Integration bedeuten veränderte Anforderungen an die Schularchitektur. In dieser Situation reicht es schon längst nicht mehr, sich von Haushalt zu Haushalt zu hangeln, Sanierungsobjekte nach dem Zufallsprinzip auszuwählen und Neubauten nach parteipolitischen Erwägungen auszuhandeln. Es muss klar sein, was wann warum und wie gebaut oder saniert wird.

Wir brauchen ein transparentes und nachhaltiges Konzept für Neubau und Sanierung der Wiesbadener Schulen. Grundlage muss die Verpflichtung aller politisch Handelnden sein, die Investitionen in den Schulbau dauerhaft auf dem notwendigen Niveau zu halten, den Sanierungsstau abzubauen und zeitgemäße Bildungseinrichtungen zu schaffen.

Dazu muß zuerst ein Konzept erstellt und offen diskutiert werden, das definiert, wie eigentlich die Wiesbadener Schullandschaft insgesamt langfristig aussehen soll. Beschlüsse ohne eine solche Grundlage, wie zuletzt die der Kooperation, zwei Gymnasien und eine IGS bauen zu wollen, sind hier ausgesprochen kontraproduktiv.

Wir schlagen einen Planungshorizont von fünf Jahren vor. Zur Umsetzung eines solchen Konzeptes fordert das Bündnis Schulsanierung:

  • Die bestehenden baulichen Mängel an Schulen müssen systematisch erfasst werden. Es darf kein Zufall bleiben, ob Wasserleitungen saniert, Schadstoffe beseitigt oder undichte Fenster erneuert werden.
    Aus den Ergebnissen ist eine Sanierungsliste mit Festlegung von Art, Umfang und Rangfolge der Maßnahmen unabhängig von Schulformen zu erarbeiten.
  • In Übereinstimmung mit dem Schulentwicklungsplan ist eine Neubauliste benötigter Schulen aufzustellen.
  • Nur ausreichendes Fachpersonal in Bau- und Schulamt kann die Entwicklung an unseren Schulen sinnvoll planen und begleiten. Die Schulen müssen nicht nur gebaut und saniert werden, sie sind zu unterhalten, zu pflegen und den sich ändernden gesellschaftlichen Anforderungen anzupassen. Bau und Unterhalt von Schulen ist eine Aufgabe der öffentlichen Hand und darf nicht weiter Gegenstand von Privatisierungen (ÖPP, PPP, o.ä.) sein.
  • Die Umsetzung aller Schulbaumaßnahmen muss einer öffentlichen Kontrolle unterzogen werden.  Welche Maßnahmen wurden durchgeführt, haben welchen Status, welche Mittel wurden verwendet und wie lange hat die Maßnahme gedauert?
  • An der Konzeption, Planung und Umsetzung von Umbau-, Erweiterungs- und Sanierungsmaßnahmen sind die Schulen zu beteiligen. Auch bei Neubauten sind partizipative Schulbauverfahren zu etablieren und Schülerinnen, Schüler, Lehrerinnen, Lehrern und Eltern von Beginn an einzubinden.

Konzept für Neubau und Sanierung unserer Schulen (.PDF)

Das Bündnis Schulsanierung sind:
StadtschülerInnenrat Wiesbaden (SSR)
Stadtelternbeirat der Landeshauptstadt Wiesbaden (StEB)
elternbund hessen e.V. (ebh)
Linksjugend [‘solid] Wiesbaden
Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW – Wiesbaden-Rheingau)
Hartmut Bohrer (Stadtverordneter, Mitglied der Schulausschüsse der Stadtverordnetenversammlung Wiesbaden und des Hessischen Städtetags, Ortsbeiratsmitglied Mainz-Kastel/AUF-Fraktion)
LINKE&PIRATEN Rathausfraktion Wiesbaden
Grüne Jugend Wiesbaden
DGB Kreisverband Wiesbaden/Rheingau-Taunus
LKR & ULW Rathausfraktion Wiesbaden

Fridays for Future – Persönliche Stellungnahme

Am 15.03.2019 werden wieder internationale Klimastreiks unter dem Motto “Fridays for Future” stattfinden. An den Protesten werden sich voraussichtlich über 200 deutsche Städte beteiligen. Auch Schüler aus Wiesbaden sind aufgerufen, sich um 12:00 Uhr am Hauptbahnhof zu versammeln.

Bereits zu den Klimastreiks vor vier Wochen hatte Kultusminister Lorz sich geäußert: „Das Engagement der Schüler für den Klimaschutz rechtfertigt nicht das Fernbleiben vom Unterricht“, erklärte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz heute im Hessischen Landtag anlässlich einer aktuellen Stunde zu den freitäglichen Schülerdemonstrationen. Er habe großen Respekt vor dem politischen Engagement von Schülerinnen und Schülern. Und sicherlich hätten die Demonstrationen „Fridays for Future“ und die Tatsache, dass diese während der Unterrichtszeit stattfanden, eine große und vielleicht genau deshalb größere mediale Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Insofern können wir feststellen: „Ziel erreicht!“ Doch dabei handele es sich um einen kalkulierten Regelverstoß, dessen Konsequenzen auch zu tragen seien. […] Gleichzeitig plädierte Lorz für eine Portion Gelassenheit. Er vertraue voll und ganz auf die pädagogische Erfahrung der Schulleitungen und Lehrkräfte, mit Fingerspitzengefühl zu reagieren. Die Schülerinnen und Schüler müssten nicht sofort mit der ganzen Härte aller Sanktionen rechnen.”

Der Aufschrei in den sozialen Medien und die Berichterstattung über das Fernbleiben vom Unterricht ist vernehmbar. Klagen von Wiesbadener Eltern sind jedenfalls zum Stadtelternbeirat noch nicht vorgedrungen. Dabei ist Unterrichtsausfall sonst eines der am häufigsten von Eltern beklagten Probleme.

Wer sich aber ernsthaft Sorgen um Unterrichtsausfall macht, sollte sich statt mit demonstrierenden Schülern eher mit dem dramatischen Lehrermangel, insbesondere an Grundschulen beschäftigen. – Ein Thema übrigens, das Kultusminister Lorz eher klein redet, während die Landesschülervertretung Daten zu ausgefallenen Schulstunden liefert, die das Kultusministerium nicht mal erheben kann.

Schüler, die – vielleicht sogar in der Schule – gelernt haben, sich politisch zu engagieren, für ihre Ziele einzutreten und dafür sogar Sanktionen in Kauf nehmen, haben vermutlich mehr für ihr Leben gelernt, als an einem durchschnittlichen Freitagnachmittag in der Schule zu vermitteln gewesen wäre.

Sollte es Schulleiter oder Lehrer geben, die das vom Kultusminister erwartete Fingerspitzengefühl vermissen lassen, werde ich mich gerne für die betroffenen Schüler einsetzen.

David Böhne
Vorsitzender

Wiesbaden, 14.03.2019

Online-Umfrage des LEB zum Unterrichtsausfall

Der Landeselternbeirat hat eine Online-Umfrage erstellt und alle Schulen angeschrieben.  Die Schulleitungen, die Schulelternbeiratsvorsitzenden und die Schülervertreter sind jeweils per Brief über die Umfrage informiert worden und haben darin einen einmaligen Zugangscode zur Online-Umfrage erhalten.

Die Umfrage kann man hier einsehen: http://classy.run/leb
Eine Teilnahme ist nur mit Zugangscode möglich.

Der Stadtelternbeirat unterstützt den Aufruf und bittet alle Schulelternbeiratsvorsitzenden um Teilnahme. Die Umfrage läuft bis 30.04.2019.