LEB informiert: Gremiensitzungen möglich – Elternmitwirkung auch in der Coronazeit

Liebe Eltern,

die Zeiten in der derzeitigen Situation um Corona sind hektisch und in einigen Bereichen sehr volatil.

Rechtliche Grundlagen werden in Rekordzeiten geändert und Schulen stehen vor täglich neuen Herausforderungen.

Sitzungen von Schulgremien werden dabei gern mal übersehen, oder in den Hintergrund gestellt, weil andere Dinge wichtiger erscheinen.

Doch gerade jetzt, wo viele Strukturen geändert werden, Inhalte neu aufbereitet, Hygienestandards in Schulen eingerichtet werden und vieles mehr, sind Elternvertretungen in die Überlegungen einzubinden.

Natürlich laufen trotz Corona, auch viele andere schulischen Themen weiter, Fristen müssen eingehalten werden, nach den Sommerferien stehen wieder Elternvertreterwahlen an.

Unser Schulrecht und auch die schulischen Gremien sind auf Anwesenheit, also persönliche Präsenz ausgerichtet. Dennoch hat das Kultusministerium erklärt, dass schulische Gremien auch über Video- oder Telefonkonferenzen stattfinden können und so getroffene Beschlüsse anerkannt werden. Das ist nicht selbstverständlich, weil unser Schulrecht eigentlich für eine Beschlussfassung persönliche Anwesenheit erwartet.

Welches Tool dafür genutzt wird, bleibt den Gremien überlassen. Eine Empfehlung, welches Videokonferenzsystem (VK-System) genutzt werden soll, können wir nicht geben, nur den Hinweis, dass der Hessische Beauftrage für Datenschutz und Informationsfreiheit alle gängigen VK-Systeme für die Dauer der Corona-Krise erlaubt. https://datenschutz.hessen.de/datenschutz/hochschulen-schulen-und-archive/videokonferenzsysteme-schulen

Doch nicht alle Themen können und dürfen online behandelt, wie persönliche Themen oder auch Wahlen.

Manches möchte man vielleicht auch nicht online behandeln, weil die Diskussionen online natürlich anders verlaufen, als in persönlichem Austausch.

Dann kann und sollte weiterhin zu Sitzungen des Schulelternbeirats, der Schulkonferenz oder anderen schulischen Gremien eingeladen werden.

Zusammenkünfte schulischer Gremien sind vom Kontaktverbot ausgenommen – also erlaubt – (siehe Corona-Kontakt- und Betriebsbeschränkungsverordnung vom 7. Mai 2020, § 1 Abs. 2 Satz 1)

Schule funktioniert nun mal dann am besten, wenn alle Betroffenen sich daran beteiligen. Deshalb lassen Sie sich als Elternvertreter bitte nicht „kleinreden“ oder wegen Corona „abwimmeln“. Gerade jetzt ist Elternmitwirkung besonders wichtig.

Da nach den Sommerferien Wahlen der Elternvertretungen stattfinden, möchten wir noch mal besonders darauf hinweisen: Wahlen der Elternbeiräte müssen weiterhin in Präsenzform stattfinden!

Der Grundsatz der geheimen Wahl (§ 102 Abs. 2 Satz 1 HSchG) lässt zudem keine Ersetzung einer Wahl durch die elektronische Form zu. Einladungen zu Wahlen müssen weiterhin schriftlich (also in Papierform) erfolgen.

Bei den Vorbereitungen und der Durchführung von Sitzungen in Präsenzform ist auf die Einhaltung der Hygiene- und Abstandsregeln zu achten. Die Schulen müssen für die Sitzungen der schulischen Gremien geeignete Räume zur Verfügung stellen. Sprechen Sie sich mit Ihrer Schule ab, wie an Ihrer Schule die Abstands- und Hygienemaßnahmen bei einer solchen Sitzung eingehalten werden können und ob es vielleicht schulspezifische Punkte gibt, auf die zusätzlich zu achten ist.

Beispielsweise sollten folgende Punkte vorab geklärt werden:

  • Ist der Raum groß genug, um die Abstandsregeln einhalten zu können?
  • Ist sichergestellt, dass Desinfektionsmittel, Seife und Einmalhandtücher zur Verfügung stehen?
  • Gibt es Regeln für den Toilettengang (z. B. nur eine Person gleichzeitig)?
  • Wie wird der Raum im Anschluss wieder gesäubert und die Tische desinfiziert?

Verzichten Sie auf die Bereitstellung von Snacks. Klären Sie, wie Sie Getränke bereitstellen können, oder ob die Teilnehmer gebeten werden, sich selbst zu versorgen.

Noch mal kurz zusammengefasst:

  • Sitzungen für schulische Gremien sind erlaubt!
  • Elternmitwirkungsrechte gelten auch in Corona-Zeiten!
  • Halten Sie sich an die Hygiene- und Abstandsregeln!

Beste Grüße
Tanja Pfenning

Geschäftsführerin
Landeselternbeirat von Hessen

Corona-Krise: Schülerbeförderung

Zur Schülerbeförderung schulwegunfähige Schülerinnen und Schüler zu Förderschulen und für den öffentlichen Personennahverkehr in Wiesbaden durch ESWE-Verkehr haben uns mehrere Anfragen erreicht. Wir verweisen auf die Häufig gestellten Fragen (FAQ) des Städtischen Schulamtes (S. 12, Schülerbeförderung) vom 23.04.2020. Ergänzend liegen uns folgende Aussagen aus demm Städtischen Schulamt vor:

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Corona-Krise: Informationen vor Wiederaufnahme der Unterrichtes

Liebe Eltern,

wegen der nun ständig neu eintreffenden Informationen veröffentlichen wir hier alle eingehenden Unterlagen bis zur Wiederaufnahme der Unterrichtes.

David Böhne
Vorsitzender
Wiesbaden, 22.04.2020

 

14.05.2020

HKM

08.05.2020

HKM

05.05.2020

HKM

24.04.2020

HKM

Staatliches Schulamt

  • Es wird eine Lieferung von Masken und Desinfektionsmitteln für Schulen geben wird.
  • Die zur Verfügung gestellte Schutzausrüstung ist nicht dafür gedacht, Lehrkräfte sowie Schülerinnen und Schüler im Sinne einer Verpflichtung flächendeckend auszustatten. Die Materialien sollen für konkrete Bedarfsfälle zur Verfügung stehen und auch nur hierfür und unter Berücksichtigung der Bestimmungen des “Hygieneplans Corona für die Schulen in Hessen” eingesetzt werden.
  • Die Lieferung wird voraussichtlich am Sonntag am Staatlichen Schulamt angeliefert.
  • Dort kann sie zu festgelegten Zeitfenstern am Montag abgeholt werden.

23.04.2020

Staatliches Schulamt

  • Eine Maskenpflicht kann und soll nicht angeordnet werden. Hierzu gab es aus dem HKM folgende Hinweise: Ein dauerhaftes Tragen eines Mundschutzes führt zur Durchfeuchtung und ist somit nicht mehr effektiv. Zusätzlich können Hautekzeme entstehen. Das Auf- und Absetzen kann zu einer Verkeimung führen. Davon ausgenommen, bleibt es natürlich einem jedem möglich selber darüber zu entscheiden, wie er damit umgeht. Beim Verlassen der Klassenräume oder in engen Fluren bei hohem “Verkehrsaufkommen” wäre das zeitlich begrenzte Tragen zu empfehlen.
  • Die Schulanmeldewoche kann unter Berücksichtigung der Hygienemaßnahmen durchgeführt werden.
  • Die erweiterte Notbetreuung an Wochenenden und Feiertagen wird nicht mehr angeboten. Geklärt wird noch der Umgang mit den beiden Brückentagen.
  • Die Anzahl der Schülerinnen und Schüler, die in der Notbetreuung aufgefangen müssen, unterscheidet sich von der Anzahl im Ganztag. Eine Anpassung beider Größen auf 10 Schülerinnen und Schüler wird derzeit geprüft.
  • In den Integrierten Gesamtschulen entscheidet die Schulen in eigener Verantwortung und Tradition über die Teilnahme der Schülerinnen und Schüler an den zentralen Abschlussprüfungen (Teilnahme von Realschüler*innen an Hauptschulprüfen, etc.) Hinweis: Auch für Schüler*innen mit Gymnasialempfehlung ist es ratsam an der Realschulprüfung teilzunehmen, um die Gleichstellung im Nachgang zu ermöglichen.
  • Sollten erkrankte Kinder in die Schule kommen, müssen diese separiert werden und von den Eltern abgeholt werden.
  • Q2: Die Entscheidung in der Q2 beide Leistungskurse sowie je 4 stündig Mathematik und Deutsch zu unterrichten, hat den Hintergrund, dass eine möglichst geringe Durchmischung der Schülergruppen erfolgt.
  • Die Lehrkräfte, die im Präsenzunterricht tätig sind, sollten vom “Homeschooling” entlastet werden. Diese Aufgabe sollten Lehrkräfte aus den Risikogruppen übernehmen.

Städtisches Schulamt

22.04.2020

Staatliches Schulamt

Corona-Krise: Änderung Notbetreuung

Im Bereich der Notbetreuung wurden weitere Berufsgruppen in den Katalog der anspruchsberechtigten aufgenommen.
Nach derzeitigem Stand ist es nicht vorgesehen, dass an den Brückentagen bzw. beweglichen Ferientagen eine Notbetreuung für die Kinder von Eltern aus systemrelevanten Berufen organisiert werden muss.

10. Verordnung zur Anpassung der Verordnungen (7. Mai 2020 (.PDF)

Eine aktualisierte und etwas übersichtliche Lesefassung scheint es leider noch nicht zu geben.

David Böhne
Vorsitzender
Wiesbaden, 12.05.2020

Umfrage zur unterrichtsersetzenden Lernsituation / ‘Homeschooling’

Sehr geehrte Eltern,

der Stadtelternbeirat hat eine Umfrage zur unterrichtsersetzenden Lernsituation (umgangssprachlich ‘Homeschooling’) in der Zeit der Schulschließungen zusammengestellt. Ziel der Umfrage ist es, die aktuelle Situation bzgl. der Betreuung der Schüler, dem Arbeitsumfang und der (technischen) Durchführung des Homeschoolings an den Wiesbadener Schulen zu analysieren.

Die Umfrage hebt auf die schulischen und technischen Aspekte ab, nicht auf die sozialen und seelischen Auswirkungen, die wir natürlich sehen, die aber nur Gegenstand wissenschaftlich fundierter Studien sein können.

Die Teilnahme an der Befragung dauert nur ca. 3 Minuten und es werden keinerlei persönliche Angaben abfragt. Die Umfrage bietet die Möglichkeit, ein Stimmungsbild der Elternschaft an Ihrer Schule auf einfachem Wege zu erfassen. Bei einer ausreichenden Beteiligung können wir Ihnen nach Abschluss der Umfrage eine Analyse gegliedert nach Schulen und Jahrgangsstufen zukommen lassen.

Wir hoffen, Sie mit dieser Umfrage auch dabei unterstützen zu können, das absehbar noch auf einige Zeit bestehende Nebeneinander von Präsenzunterricht und häuslichem Lernen mit Ihren Schulleitungen und Lehrerkollegien gezielt zu verbessern. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!


http://www.steb-wiesbaden.de/umfrage

Den Zugang zur Umfage (Passwort) erhalten Sie über Ihren SEB-Vorsitzenden. Oder auf Nachfrage von den Schulformsprechern des StEB.


Die Umfrage wird voraussichtlich am 31.05.2020 geschlossen. Die (Zwischen-)Ergebnisse gehen den SEB-Vorsitzenden per E-Mail zu.

David Böhne
Vorsitzender
Wiesbaden, 07.05.2020

Schreiben des Hessischen Kultusministers zur Wiederaufnahme des Schulbetriebs in Hessen ab dem 27.04.2020

Themen

  • Schrittweise Wiederaufnahme des Schulbetriebes
  • Übergänge in höhere Jahrgangsstufen/Versetzungen
  • Durchführung, aber Verschiebung von Abschlußprüfungen
  • Weitere Informationen zum Schulstart am 27. April folgen
  • Bewertung der unterrichtsersetzenden Lernsituation
  • Schulfahrten, Unterrichtsgänge und Betriebspraktika

Minister-Brief an Schulen_17.04.20

Offener Brief des StEB Frankfurt und StEB Wiesbaden an Kultusminister Lorz

Sehr geehrter Herr Kultusminister Prof. Dr. Lorz,

einige turbulente Wochen liegen hinter uns – die massive Ausbreitung der Corona-Pandemie und die damit einhergehenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens hat uns alle getroffen. Besonders einschneidend war das Erlebnis für die Schulen und Schüler, die weitgehend unvorbereitet auf das Homeschooling umstellen mussten. Die Schulen und Lehrer haben hierbei ihr Bestes gegeben, aber die vergangenen drei Wochen haben deutlich gezeigt, was Deutschland in den vergangenen Jahren an notwendiger Digitalisierung im Bildungssystem versäumt hat: Gegenüber den Privatschulen sind
die öffentlichen Bildungseinrichtungen weit abgeschlagen und haben in der aktuellen Situation weder die nötige technische Infrastruktur noch ein fundiertes pädagogisches Konzept noch eine entsprechende Vorbereitung der Lehrer für das e-Learning.

Nach der Verkündung der Schulschließungen mussten die Schulen von heute auf morgen zusehen, wie sie auf irgendeine Art Fernunterricht umstellen. Fast alle haben – mit heißer Nadel gestrickt – irgendetwas auf den Weg gebracht, aber die Unterschiede sind gewaltig und quasi jede Schule musste das Rad für sich neu erfinden. Dazu kam, dass es nach unserer Kenntnis sehr wenig klare Anleitungen und Anweisungen für die Schulen gab, ob in den drei Wochen vor den Osterferien nur wiederholt oder auch Neues erarbeitet werden sollte. Dadurch war wiederum jede Schule und teilweise jeder Lehrer auf sich gestellt, für die Schüler und Schülerinnen irgendetwas auf irgendeine Art bereitzustellen. Das Spektrum, das wir von Eltern und Schulen zugetragen bekommen haben, erstreckt sich von kopierten Aufgabenblättern für drei Wochen, über gemailte Wochenpläne bis hin
zu sehr wenigen Fällen von strukturiertem Fernunterricht mit täglichem Kontakt per Email oder mithilfe von Audio- oder Videokonferenzen. Die Unterschiede in der Frequenz und den technischen Kommunikationswegen sind hierbei mehr als vielfältig.

Auch darüber, ob und wie die während dieses Zeitraumes erbrachten Leistungen zu bewerten sind, herrscht nach wie vor Unklarheit: Hier fehlt immer noch eine klare und öffentliche Kommunikation seitens des Kultusministeriums – die einzige Information, die uns dazu Ende vergangener Woche zuging, kam über den Landeselternbeirat. Hier hieß es uns gegenüber, dass keinerlei Benotung für die Zeit des Homeschooling erfolgen darf. Die Schulen hingegen gingen bis zur letzten Woche davon aus, dass die abgegebenen Aufgaben bewertet werden können und sollen. Eine offizielle Information an die Schulen über die Staatlichen Schulämter in Sachen Benotung scheint bis heute nicht erfolgt zu sein.

Aus Elternsicht haben wir in den vergangenen drei Wochen versucht, die Kinder und Schulen bestmöglich zu unterstützen: Alle haben viel Einsatz und Geduld bewiesen, um erstmal „ins Laufen zu kommen“. So kann es aber nicht weitergehen. Ob die Schulen nach Ostern wieder öffnen können, ist aktuell noch nicht abzusehen – das ist verständlich. Dennoch ist es wichtig, dass Schulen, Lehrer, Eltern und Kinder nicht erneut allein gelassen werden, sofern die Schulschließungen weiter anhalten. Deshalb wenden wir uns an Sie und möchten hiermit dringend die Unterstützung des Kultusministeriums einfordern, um folgende Punkte und Fragen zu beantworten:

  1. Wie werden die Schulen technisch unterstützt, wenn die Phase des Homeschooling weiter andauert? Wie schnell kann beispielsweise das Schulportal Hessen ausgebaut werden, um größere Server- und Speicherkapazitäten zu ermöglichen? Welche Software empfiehlt das HKM den Schulen für Videounterricht – unter Berücksichtigung von Datenschutzvorgaben?
  2. Wird die Rechtslage dahingehend angepasst, dass Lehrer verpflichtet sind, einen Teil der Stunden als Videounterricht abzuhalten, auch um einen regelmäßigen Kontakt mit den Schülerinnen und Schülern sicherzustellen wie es auch im Regelunterricht der Fall wäre?
  3. Welche Benotungsgrundlagen werden seitens des HKM vorgegeben – was darf in die Note einfließen, was nicht? Wie ist mit Leistungsnachweisen für das zweite Halbjahr zu verfahren: Wird die Anzahl der Nachweise reduziert?
  4. Wie können Schülerinnen und Schüler mangelnde Leistungen aus dem 1. Halbjahr unter den aktuellen Gegebenheiten ausgleichen, um einer eventuellen Nichtversetzung entgegenzuwirken? Welche Grundlagen werden für die diesjährige Versetzung herangezogen, wenn der übliche Umfang an Leistungsnachweisen nicht erbracht werden kann?
  5. Wie ist der Plan, wenn die Schulen wieder geöffnet werden? Gibt es eine Strategie, um die Kinder gestaffelt zurückzubringen, beispielsweise jüngere Jahrgänge oder Prüfungsjahrgänge zuerst? Sind „Schichten“ im wöchentlichen Wechsel angedacht
  6. Welche Maßnahmen müssen die Schulen vorbereiten, um Hygiene- und Abstandsvorgaben einhalten zu können?

Wichtig ist, dass Schulen, Lehrer, Eltern und Schülerinnen und Schüler jetzt schnell Planungssicherheit bekommen. Wir wünschen uns, dass die Kommunikation vor allem Richtung der Schulen stark verbessert wird, damit alle Beteiligten verbindliche Rahmenbedingungen haben, mit denen sie arbeiten können.

Die aktuelle Situation ist einmalig – und bietet gleichzeitig auch die einmalige Chance, den
anstehenden Wandel ins digitale Zeitalter zu beschleunigen. Nach den Osterferien brauchen Schulen und Schüler*Innen aber dringend Planungssicherheit, damit sie wissen, wie es weitergeht, wenn es weitergeht. Deshalb hoffen wir auf Ihre Unterstützung, um gemeinsam diese schwierige Phase bestmöglich zu bewältigen. Hierzu bedarf es einer klaren übergeordneten Planung und einer rechtzeitigen Kommunikation an alle Beteiligten.

Sehr geehrter Herr Kultusminister, wir zählen auf Sie und hoffen, baldmöglichst Antworten auf unsere drängenden Fragen zu erhalten.

Wir wünschen Ihnen ein schönes Osterfest – bleiben Sie gesund!

Mit freundlichen Grüßen

Julia Frank                             David Böhne
Stadtelternbeirat Frankfurt     Stadtelternbeirat Wiesbaden
Vorsitzende                            Vorsitzender

Brief an Kultusminister Lorz (.PDF)

Corona-Krise: Datenschutz in Zeiten von Corona

Wohl unter dem Eindruck der aktuellen Situation hat der Hessische Datenschutzbeauftragte sich leider nur sehr zurückhaltend zu den entstehenden Datenschutzproblematiken geäußert. Das ist wenig hilfreich, denn die aktuelle Krise wird vorbeigehen, die Kundenbindungen bei fragwürdigen Diensten bleibt dann aber ebenso bestehen, wie die bis dahin gesammelten umfangreichen personenbezogenen Daten der Schüler.

Da es momentan wahrlich genug Verunsicherungen an den Schulen gibt, wären konkret nutzbare Hinweise für die Schulen und entsprechende Handreichungen nützlicher gewesen. Unabhängig davon aber, ob der Datenschutzbeauftragte nun einen Dienst konkret kennt, benennt oder interveniert, gelten natürlich die bisherigen Erfordernisse weiter.

  • “Jede Kommunikation unter Verwendung personenbezogener Daten zur Unterstützung des pädagogischen Bereichs sollte möglichst datensparsam und zweckgebunden erfolgen.” (Hessischer Datenschutzbeauftragter) Viele der aktuell genutzten kommerziellen Dienste erfüllen diese Anforderung nicht.
  • Bei Diensten und Systemen, die über eine Cloud-Anbindung verfügen, sind grundsätzlich diejenigen zu bevorzugen, die bei einer öffentlichen Stelle (wie z.B. das Hessische Schulportal) gehostet werden. Dies gilt insbesondere für Cloud-Speicher. (Hessischer Datenschutzbeauftragter)
  • Die Nutzung der Programme oder Dienste muß freiwillig erfolgen. Eine Freiwilligkeit ist selbstverständlich nicht gegeben, wenn ein Schüler dadurch von Hilfen oder Lernangeboten ausgeschlossen ist oder irgendwelche anderen Nachteile hat. “Eine solche Freiwilligkeit kann im schulischen Zusammenhang in der Regel kaum unterstellt werden.” (Hessischer Datenschutzbeauftragter)
  • Die Nutzung von  WhatsApp zu schulischen Zwecken ist hessischen Lehrern untersagt. Dabei ist es schon unzulässig, WhatsApp zu außerschulischen Zwecken zu benutzen, wenn auf dem entsprechenden Gerät auch personenbezogenen Daten von Schülern oder Eltern verarbeitet werden, da das Telephonbuch ausgelesen und übermittelt wird.

Zu Recht weisen Politik und Schulen häufig auf die Gefahren der bei Kindern beliebten Programme hin. Dieselben Gefahren sind nun aber auch bei einer schulischen Nutzung zu beachten. Zu Zoom gibt Günter Steppich (Fachberater für Jugendmedienschutz am Staatlichen Schulamt und Referent für Jugendmedienschutz am Hessischen Kultusministerium) folgende Einschätzung ab:

“Durch die Schulschließung werden nun vermehrt Videodienste genutzt, bei
der Auswahl wird jedoch häufig sehr sorglos und ohne Blick auf
Datenschutzaspekte vorgegangen. Der populäre Anbieter ZOOM z.B. ist ein
absoluter Datenkrake und mit der DSGVO nicht vereinbar, das zeigt schon ein
Blick in die Datenschutzerklärung. Nicht nur der IT-Verlag Heise warnt vor
der Nutzung dieser App, im Schulbereich ist sie unter Datenschutzaspekten
nicht nutzbar: Zoom-App für iOS reicht Daten heimlich an Facebook weiter

Da der hessische Datenschutzbeauftragte sich noch nicht eingearbeitet hat, hier hilfsweise eine Einschätzung der Uni Kassel:

“Für die Nutzung von Zoom durch die Universität Kassel ist zu beachten, dass sie dadurch nicht nur rechtswidrige Datenverarbeitsungspraktiken dieses Unternehmens unterstützt und befördert, sondern auch ihre Lehrenden und Studierenden durch die Nutzung von Zoom diesen Datenverarbeitungspraktiken aussetzt. Für viele Studierende könnten sich Zwangssituationen zur Nutzung von Zoom ergeben.”

Wir hoffen und wirken darauf hin, daß die Schulen die notwendige Unterstützung erhalten, um datenschutzkonforme Lösungen anbieten zu können. Beispielhaft weise ich auf das Medienzentrum Frankfurt und dortige Berichte, z.B. “Online Unterricht mit Jitsi.org” hin.

David Böhne
Vorsitzender
Wiesbaden, 29.03.2020

 

 

Corona-Krise: Notbetreuung an Wochenenden und in den Osterferien

Ab dem 4. April 2020 bis zum 19. April 2020 steht eine erweiterte Notbetreuung auch samstags und sonntags sowie an den Feiertagen zur Verfügung.

Die erweiterte Notbetreuung an Samstagen, Sonntagen und Feiertagen ist beschränkt auf die Personengruppen der Kranken- und Gesundheitsversorgung sowie der Rettungsdienste. Als weitere Voraussetzungen für die Teilnahme an der Notbetreuung an Wochenenden und den Feiertagen müssen folgende Kriterien erfüllt sein:

  • Alleinerziehend oder
  • das andere Elternteil ist ebenfalls in einem der (weiteren) Schlüsselberufe der 2. Corona-Bekämpfungsverordnung tätig und zeitgleich im Einsatz, d.h. die Kinderbetreuung kann innerhalb des unmittelbar familiären Kontextes nicht sichergestellt werden.
  • Die Kinder müssen die Infektionsschutzkriterien gem. Antragsformular erfüllen.

Sollte für Sie die erweiterte Notbetreuung in Betracht kommen, wenden Sie sich bitte an Ihre Schulleitung.

Notbetreuung in Schulen an Wochenenden und Osterferien
(Schreiben von Herrn Staatssekretär Dr. Manuel Lösel)

Musterformular Notbetreuung an den Wochenenden und Feiertagen

David Böhne
Vorsitzender
Wiesbaden, 29.03.2020